Unser Schreiben an den Gemeinderat

Hundekurse in Alltagsituationen in der heutigen Gesellschaft

 

Die Aufgabe von SKN bzw. Hundetrainern in Sozialisierungs- und Erziehungskursen ist es, den Hundehaltern einen Umgang mit ihrem Tier nahe zu bringen, so dass der Hund für die Umwelt keine Gefahr darstellt. Der erste und wichtigste Punkt bei dieser Aufgabe ist es, den Hundehaltern die Werkzeuge an die Hand zu geben, wie sie ihren Hund in der belebten Gesellschaft gut sozialisieren und so führen können, dass wir alle zusammen nebeneinander einen lockeren und sicheren Umgang finden. Zu dieser belebten Umwelt zählen u.a.:

 

Radfahrer

Jogger

Spielende, kreischende Kinder (Bälle)

Skateboarder

Kinderwagen

Menschen mit Krücken

Menschen anderer Nationalitäten

 

Beilage 1: Auszug Stiftung für das Tier im Recht

 

 

Dies ist der Grund, warum wir mit unseren Hunden nicht in eingezäunten Arealen arbeiten, in denen wir diese Ablenkungen künstlich erstellen müssten. Im Gegensatz zu Hundesportvereinen, die ihren Hundesportarten meist unangeleint auf eigens gemieteten eingezäunten Geländen nachgehen, arbeiten unsere Hundeteams in Alltagssituationen aber immer an einer Leine gesichert. Nur so können wir dem Auftrag, unsere Hunde in belebten Umgebungen so zu führen und zu beschäftigen, dass sich alle Beteiligten sicher fühlen und bewegen können.

 

Um diesem Auftrag nachkommen zu können, haben wir SKN-Trainer eigens eine Ausbildung absolviert, die nur bei anerkannten Ausbildungsstätten angeboten werden durften (in meinem Fall Certodog). Anbei lege ich Ihnen den Ausschnitt der Anforderungen betreffend Sozialisierung von Hunden als Beilage 2 bei.

 

 

Zudem trainieren wir in unseren Gruppen ausschliesslich, wenn kein Schulbetrieb herrscht, Mittwochnach-mittag, Samstagnachmittag und Sonntagmorgen. Obwohl dann nicht die Schulkinder in ihren Pausen auf dem Platz sind, gibt es trotzdem immer wieder Kinder die Ball spielen oder Fahrrad fahren und Spaziergänger aller Art, eben alle diese gewollten Ablenkungen, denen unsere Hunde später auch begegnen und auf die sie nicht unerwünscht reagieren sollen.

 

Was wir mit den Haltern aufbauen, üben und verfestigen:

-      Sicherer Rückruf

-      Aufmerksamkeit zum Halter (nicht auf spielende Kinder, Jogger usw.)

-      Warten, Frustrationstoleranz

-      Leinenführigkeit

-      Abbruch oder Stoppsignal

Alle diese Signale und der sichere Aufbau, auch unter den oben beschriebenen Ablenkungen sind enorm wichtig, um uns mit unseren Hunden in der Gesellschaft sicher bewegen zu können und keine Nichthundehalter zu belästigen.

 

 

Wir achten immer sehr sorgsam darauf, dass keine Hinterlassenschaften von Hunden liegen bleiben. Nein im Gegenteil, um nicht in Verruf zu geraten,  habe ich schon ganz oft die Hinterlassenschaft von Fremden zusammengeräumt.

 

Wir sind wöchentlich höchstens 4 Stunden auf dem Platz, das sind gerade einmal 0.047 % einer Woche à 7 Tage à 12-Stunden gerechnet.

 

Dazu kommt, dass ihnen die Teilnehmer, wenn die Parkplätze auf dem Schulhausplatz besetzt sind, noch ihr Parkhaus frequentieren.

 

Der Schulhausplatz ist für das Training (mangels anderer, spezifisch hundefreundlich ausgerichteter Gelände) ideal, weil er überdachte Flächen, z.B. bei Hitze Schatten bietet oder bei Starkregen die Möglichkeit sich kurz unterzustellen.

 

In unseren Kursen ist die Teilnahme der ganzen Familie inkl. der Kinder ausdrücklich erwünscht, damit alle denselben Wissensstand über die Erziehung ihres Vierbeiners haben. Kleinere Kinder spielen, während die Eltern mit ihrem Hund trainieren. Grössere Kinder machen die Übungen mit dem Famlienhund mit den Erwachsenen mit.

 

Der Hund wird heute immer mehr ein Mitglied und ein selbstgewählter Partner in vielen Familienverbunden und wir können dies nicht mehr ignorieren. Geben wir dieser neuen Entwicklung eine Chance und versuchen nicht mehr, den freien Bürgern diesem frei gewählten Umstand durch irgendwelche Einschränkungen und Verbote Einhalt zu gebieten. Wählen wir den Weg mit diesem Umstand alle zusammen einen guten Weg zu suchen.

 

Heute wird es immer mehr möglich, einen vierbeinigen Freund auch zur Arbeit mitnehmen zu können. Viele Familien mit Kindern entscheiden sich, zur Aufnahme eines Hundes und bringen ihn untertags bei einem Hundesitter unter.

Durch diese Umstände wird Hundehaltung in Zukunft eher zunehmen als abnehmen.

 

Ich bin sehr froh und dankbar, dass so viele neue Hundehalter sich zu den nicht mehr obligatorischen Hundekursen anmelden und sich die Mühe machen, mit ihren Vierbeinern an ihrer guten Sozialisierung und Erziehung zu arbeiten. Dies ist keine Selbstverständlichkeit.

 

Ich mache diesen Beruf mit Herzblut und Leidenschaft. Nicht, weil ich damit viel verdiene sondern, weil ich, allen interessierten Hundehaltern einen behutsamen, sorgsamen, verantwortungsvollen Umgang mit diesem wertvollen, willkommenen Partner in vielen Familien in der heutigen Gesellschaft aufzeigen kann.

 

Geben sie uns den Raum dafür

 

Besten Dank

 

Wanda Baumgartner

 

 

 

 

 

Kopie geht an: Tier im Recht (TIR), Rigistrasse 9, 8006 Zürich